Um unseren Alltag so bindungssensibel wie möglich zu gestalten, arbeite ich mit dem partizipatorischen Modell für die Eingewöhnung. Die Kinder dürfen ganz in ihrem eigenen Tempo bei mir ankommen.
Zu Beginn sind sie in Begleitung eines Elternteils in der Kindertagespflegestelle und werden von diesem in Pflege-, Essens- und Schlafsituationen versorgt. Ganz behutsam nehme ich Kontakt mit dem Kind auf. Je mehr Kontakt das Kind zu mir sucht, desto mehr ziehen sich die Eltern zurück – bleiben aber noch anwesend.
Die erste Trennung von den Eltern
Sobald das Kind Sicherheit in der Gruppe gefunden hat, wagen wir eine erste kurze Trennung vom begleitenden Elternteil. Diese Trennungsphasen dehnen wir immer weiter aus bis das Kind so viel Vertrauen zu mir gefunden hat, dass es sich bei Abschiedsschmerz trösten lässt, in Pflege- und Essenssituationen versorgen lässt und ins Spiel mit den anderen Kindern findet. Dann ist die Eingewöhnung abgeschlossen. Tränen sind in der Eingewöhnung und auch danach in Abschiedssituationen normal, helfen dem Kind dabei schwierige Gefühle zu regulieren und werden von mir einfühlsam begleitet. Mein Ziel ist nicht, dass kein Kind weint, sondern dass es sich von mir trösten und in seinem Schmerz begleiten lässt.
Zusammenarbeit mit den Eltern
Mir ist in meiner Arbeit eine vertrauensvolle Beziehung zu den Eltern sehr wichtig. Sie sind in der Eingewöhnungsphase über einen längeren Zeitraum in unserem Alltag anwesend und haben so die Möglichkeit, meine Arbeitsweise und meinen Umgang mit den Kindern mitzuerleben. Sie haben jederzeit die Möglichkeit mit mir ins Gespräch zu kommen und auch nach der Eingewöhnung stehe ich sowohl für Tür-und-Angel-Gespräche als auch für Eltern- und Entwicklungsgespräche zur Verfügung.
Wenn der Abschiedsschmerz zu groß ist…
Dennoch kann es vorkommen, dass der Abschiedsschmerz bei einem Kind zu groß ist. Ich gebe einer Eingewöhnung viel Zeit und gehe – wenn notwendig – in sehr kleinen Schritten voran. Ich tausche mich mit den Eltern intensiv aus und gehe gemeinsam mit den Familien auf Ursachenforschung, wenn es dem Kind in der Eingewöhnung nicht gut geht. Wenn ein Kind den Abschiedsschmerz trotz viel Zeit, Geduld und Begleitung nicht bewältigen kann, kommuniziere ich das den Eltern liebevoll und bitte die Familien nach einer anderen Lösung für ihr Kind zu suchen, um die seelische Gesundheit des Kindes zu schützen, die unter einer dauerhaft als schmerzvoll empfundenen Betreuungssituation sehr leiden kann.
